Gehirngerechte Kommunikation
Der Begriff ,,gehirn-gerecht” beschreibt ein Vorgehen (denken, lernen, sprechen, lesen, schreiben, aktiv zuhören), das der Arbeits-Weise des Gehirns entspricht. Eine Information, die wir lesen oder hören (zum Beispiel in einem Vortrag oder in einem Verkaufs- Gespräch), die nicht gehirn-gerecht ist, löst in uns folgende Reaktion aus: Langeweile, Widerspruchs-Energie, Frustration, Ungeduld, Zorn, das Gefühl ,,Ich bin zu blöd dazu” oder den Eindruck, die Thematik sei schwierig (oder zu trocken).
Ist eine Botschaft aber gehirn-gerecht, dann ist sie auch kurzweilig, Sie verstehen sie, Sie haben gute Gefühle dabei, und Sie finden das Thema interessant. Früher hat man uns oft eingeredet, Theorie sei trocken und es sei die Aufgabe des
Lernenden, sich darum zu bemühen, diese trockene Theorie irgendwie zu verstehen. Hingegen trifft eher zu: Es gibt keine trockene Theorie, sondern es gibt nur trockene Theoretiker, als da sind: Professoren, Dozenten, Lehrer, Chefs, Kunden-Berater und Eltern.
Um eine Botschaft gehirn-gerecht zu übermitteln, muss der Sender es dem Empfänger ermöglichen, sich ein ,,Bild” zu machen. Dies kann durch tatsächliche Abbildungen, (Fotos, Diagramme, Zeichnungen) geschehen oder indem Sie ,,mit Worten Bilder malen”, das heißt: Fall-Beispiele, Metaphern oder Analogien verwenden.
Tipp: Wenn Sie selber Botschaften versenden oder präsentieren, dann denken Sie bitte daran: Je klarer Ihre eigenen Vorstellungen sind, desto leichter wird es Ihnen fallen, im Kopf der Hörer oder Leser ,,Bilder” zu erwecken.
Und umgekehrt: Wenn Sie als Leser (oder Hörer) Botschaften erhalten, dann schaffen Sie bewusst ,,Bilder” in Ihrem Geist. Wenn Ihnen das nicht gelingt, dann stellen Sie Fragen !
Die Inhalte Ihrer Präsentation sind so anzuordnen, dass Ihr Zuhörer die Botschaft leicht aufnehmen, verarbeiten und behalten kann. Geht man von der einfachsten formalen Struktur einer Präsentation aus, so ist es sinnvoll, die folgenden Empfehlungen sowohl für die Anordnung der Abschnitte (Haupt-Gliederungs-Punkte) als auch für die Reihenfolge der Informationen innerhalb eines einzelnen Abschnitts zu beachten:
1. Das Bekannte vor dem Neuen
2. Das Einfache vor dem Schweren
3. Das Konkrete vor dem Abstrakten
4. Das Allgemeine vor dem Besonderen
5. Das Problem vor der Lösung
6. Bei drei Argumenten: Erst das zweitbeste, dann das schwächere, zum Schluss immer das stärkste.
Übrigens:
Der Begriff ,,gehirn-gerechte Kommunikation” stammt von Vera F. Birkenbihl, eine wahre Expertin auf dem Gebiet der Kommunikation !
